Wolfs KaleidoskopLichterkette in Gedenken an kleine Engel

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FRIEDEN I


Das alte Gesetz von Auge um Auge
hinterlässt
auf beiden Seiten Blinde.

(Martin Luther King)

*************************************************

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnloser Trennung
nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns den Mut und die Voraussicht,
schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder
einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

(Gebet der Vereinten Nationen, gefunden in:
Gott spricht alle Sprachen, Kindergebete aus aller Welt,
Claudius Verlag München 2005)

************************************************

Frieden
kannst du nur haben,
wenn du ihn gibst.
(Marie von Ebner- Eschenbach, 1830 - 1916)

********************************************

Lernen wir uns freuen.
So verlernen wir am besten,
anderen wehe zu tun.
(Friedrich Nietzsche)

*******************************************

Ein Lächeln ist die kürzeste Entfernung
zwischen zwei Menschen.
(Victor Borge)

*******************************************

Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.
(Indische Weisheit)





Ein freundliches Wort kostet nichts
und ist doch das schönste aller Geschenke.
(Daphne du Maurier, 1907 - 1989)

*************************************************

L A S S T ... U N S
lieber das festhalten,
was wir gemeinsam haben,
als jenes,
was uns trennt.
(unbekannt)

******************************

Viele kleine Leute
in vielen kleinen Orten,
die viele kleine Dinge tun,
können das Gesicht der Welt verändern.
(Aus Afrika)

************************************

Es ist besser, ein kleines Licht anzuzünden,
als auf die Dunkelheit zu schimpfen.
(Laotse)

*******************************************

Frieden fängt ganz klein an....

Jedes Gesicht
Kann ein schönes Gesicht sein.
Eine wunderbare Einheit,
Die einfach bezaubert.
Die uns mit unseren Mitmenschen
Auf wundersame Weise verbindet.

Ein Gesicht kann sein
Wie eine Friedensbotschaft
Von Mensch zu Mensch.
Wie?

Einfach durch ein Lächeln!

*******************************

Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
(Sir Charles Spencer Chaplin/
Charlie Chaplin)

******************************

Sinfonie

Zeitlose Ruhe
Flüsternde Stille
Vollendete Harmonie

Gefühle brechen auf
Gedanken kommen und gehen
Probleme prallen ab an
Einer undurchdringlichen Mauer
Ineinander gefügt aus
Filigranen Tönen und Weisen

Inmitten des Lärms dieser Welt
Eine Oase ewigen Friedens

Musik- Erleben.
Musik als Schlüssel zur
Ausgeglichenheit.

Harmonischer Frieden, der
Alles umschließt und noch
Lange Zeit fortdauert.

******************************

VÖLKERVERSTÄNDIGUNG

Menschen fremder Völker
Sprechen fremde Sprachen

Menschen fremder Völker
Glauben an andere Götter

Menschen fremder Völker
Haben andere Kulturen


Menschen fremder Völker
Verstehen mein Lächeln

Menschen fremder Völker
Wissen auch um die Kraft
eines Händedrucks.

**************************

Es gibt ein Wort,
das jedem als praktische Lebensregel
dienen könnte:
Gegenseitigkeit.
(Konfuzius)

****************************

VIELLEICHT

Vielleicht
fühle ich mich manchmal
wie ein Wanderer zwischen Welten
Vielleicht
komme ich mir manchmal vor
wie ein Prinz von einem anderen Stern
Vielleicht
lebe ich auch manchmal
in einem Meer von Träumen

Und habe so
Abstand von dir

Vielleicht
komme ich auch dir manchmal
wie ein ganz Fremder vor
Vielleicht
glaubst ja auch du manchmal
uns trennten Welten
Vielleicht
denkst auch du ja manchmal darüber nach
wie anders ich doch bisweilen
in meinen Ansichten und Gedankengängen bin

Und du bekommst so
Abstand von mir

Vielleicht aber
lehrt uns ja auch und gerade
dieser Abstand voneinander
wieviel wir doch füreinander
miteinander
eigentlich wert sind

Vielleicht...


**********************************

Menschenunwert

Wer es in Kriegszeiten gewohnt ist
dass Menschenleben
ohne mit der Wimper zu zucken
macht- und geldpolitischen Zielen
untergeordnet werden

dessen Wimper
zuckt auch
in Friedenszeiten nicht.


**********************************

Brückenschlag

ein warmes Lächeln
ein freundlicher Gruß
ein aufrichtiger Händedruck

nebeneinander gelten lassen
verstehen wollen
als gleichberechtigt anerkennen

Brücken auf dem Wege
zum Miteinander
Brücken auf dem Wege
zum Du
Brücken auf dem Wege
zum „Ich bin“.


********************************

PEACE IS...

BEING ABLE TO STAND
QUIETNESS
SURROUNDING YOU


********************************






GROSSE KLEINE WELT

— Zufallsbekanntschaften —



Glauben Sie an Zufall?

Sehen Sie, vor ein paar Jahren habe ich im Zuge von Arbeiten an einem gemeinsamen Projekt Marianne kennengelernt. Da wir uns einigermaßen sympathisch waren, verband uns bald schon nicht nur die gemeinsame berufliche Tätigkeit, sondern wir trafen uns auch ab und an auf einen Kaffee zu privaten Gesprächen.
So auch einmal, als ich zufällig ein Bild in einem ihrer Alben entdeckte, das mir irgendwie bekannt vorkam. Auf meine Frage hin erzählte sie mir dann folgende Geschichte:

“Das Bild entstand etwa Anfang des 2. Weltkrieges und ich selbst bin es, die darauf abgebildet ist. Es erinnert mich an meine erste große Liebe. Er hieß Peter und war ein paar Jahre älter als ich, studierte bereits und stand am Beginn seiner Offizierslaufbahn, während ich das Abitur nah vor Augen hatte. Wir lebten damals beide in Berlin und verbrachten viel Zeit miteinander. So trafen wir uns zu gemeinsamen lustigen Paddel— fahrten aüf dem Wannsee, zu Reitstunden und vor allem aber zu Tanzabenden. Tanzen war unser beider größte Leidenschaft, sei es in der Tanzstunde und auf deren Abschlußbällen oder aber auch schon auf den Offiziersbällen.
Mein Kleid, das ich zu diesen Anlässen trug, war hellblau mit breitem fließend fallenden Rock, dessen Zipfel man damals in die Hand nahm und den Partner damit an seine Hand fasste.

Mit meinen gerade achtzehn Jahren war ich so voller Freude und Hoffnung, so voll der schönsten Erwartungen an das Leben, dass Zukunftsgedanken eher in rosarotem Licht erschienen, auch wenn durchaus manchmal Sorgen kurzzeitig mein Gesicht verfinsterten.Immerhin schien der Frieden, den ich bis dahin gewohnt war, in Gefahr.
Natürlich nach strengen Regeln, aber doch irgendwie wunderschön hatte ich auf diese Weise viele Jahre der Gemeinsamkeit mit meiner Jugendliebe erlebt — da platzte plötzlich seine Einberufung in unsere so schöne Idylle.

Sollten etwa all die gemeinsam erlebten Schönheiten der Natur, auf dem Wasser und nach der Schule nun abrupt beendet sein?! Ich mochte es nicht glauben, und doch war ich irgendwie unendlich traurig, denn ich spürte schon die kalte Hand des Krieges nach mir greifen.

Das Band unserer Liebe sollte so hart durchtrennt werden? Nein! Das konnte und durfte nicht sein! Und so entschlossen wir uns, uns zu verloben. So konnte Peter auch die Gewissheit mit an die Front nehmen, dass ich mich eng an ihn gebunden fühlte. Da wir unsere schönsten Erinnerungen mit unseren gemeinsamen Tanzabenden verknüpften, lag es nahe, dass ich ihm zum Abschied in die ungewisse Zukunft ein Bild in eben diesem seinem Lieblingskleid mitgeben wollte. Es sollte ihm in allen Kämpfen Kraft und Liebe vermitteln, ihn zugleich auch immer wieder meiner Treue gewiss machen, so oft er es ansah.

Meine Eltern wählten das beste Atelier Berlins dafür aus, es lag am auch damals schon berühmten Kudamm in Charlottenburg. Um meine Natürlichkeit zu betonen, benutzte ich lediglich einen Lippenstift, sonst schminkte ich mich überhaupt nicht. Ich überließ mich dabei dem Traum einer nur kurzen Trennung und baldiger wieder erlebter Gemeinschaft mit meinem Verlobten.

Dieses von vielen bewunderte Bild stellte man übrigens auch in einem würfelförmigen Glaskasten aus (es sollte Hoffnung, Liebe und Güte zum Ausdruck bringen) und meine Eltern hingen es im Großformat auch in unserem Esszimmer an die Wand. In der Größe einer Postkarte aber nahm es vor allem Peter begeistert an, weil er es in der Innentasche seiner Uniform ganz nahe an seinem Herzen tragen wollte. So war ich ihm immer nahe, wohin es ihn auch verschlagen sollte — bis es schließlich in Russland verblieb.

Ich weiß noch, bei allem langen Warten auf ein Lebenszeichen von Peter hatte ich damals lange Zeit immer wieder einen gleich bleibenden Traum, aus dem ich jedes Mal schweißgebadet wieder erwachte:

Peter war in Stalingrad eingesetzt, in der 6. Armee unter General Paulus. Nach dem Debakel, bei dem er schwer verletzt wurde (Bauchschuss und Amputation seines rechten Beines), geriet er zusammen mit zehntausenden seiner Kameraden in Kriegsgefangenschaft.

Es gab selten Flugzeuge, die Schwerverwundete abholten. Zu Fuß konnte er sich auch nicht mehr fortbewegen, also wurde er auf einer Trage über den Schnee gezogen, während viele auf dem langen Weg nach Moskau einfach umkippten und liegenblieben. Lazarette waren — soweit es sie überhaupt für Deutsche gab — total unterversorgt, es gab kaum Betten, keine Medikamente, nichts zu essen. Und so quälte er sich in meinem Traum noch einige Zeit, bis er schließlich doch seinen schweren Verletzungen erlag......

An dieser Stelle hielt Marianne einen Augenblick in ihrer Erzählung inne. Auch wenn es schon viele, viele Jahre her war, erlebte sie die Situation, als sei sie gerade erst geschehen. Tränen rannen über ihr Gesicht, doch bald schon fing sie sich wieder und fuhr fort:

“Ich habe einmal einen Spruch gelesen: ‘Nicht alle Träume werden wahr. Aber immer kommt ein neuer Morgen und ein Vogel singt im Baum“. Dieser Spruch hielt mich damals trotz allem lange aufrecht und auch heute hat er für mich nach wie vor große Bedeutung, man kann sagen, er ist zu meinem Lebensmotto geworden. Er ermöglichte mir, Peters Opfer als Mahnung für die Zukunft zu sehen, damit nie wieder so sinnlos Leben vergeudet wird. Ich denke das auch heute noch und halte diese Erkenntnis für eine wichtige Botschaft, denn allein außerhalb Europas — und neuerdings auch innerhalb, siehe Jugoslawien — haben seit Ende des letzten Krieges die sogenannten ‘Kleinen Kriege‘ bereits über 4o Millionen Opfer gefordert, nicht mitgezählt beispielsweise der Golfkrieg in jüngster Zeit. Übrigens habe ich erst kürzlich erfahren, dass Peter wirklich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft gestorben ist, da die Sowjetunion jetzt erstmals offiziell eine entsprechende Liste aus dem geheimen Militärarchiv in Moskau veröffentlicht hat...

Doch zurück zu dem Bild. Es gab da damals eine weitere Besonderheit. Ich war auf der Flucht nach Thüringen, als die Russen in Berlin einmarschierten. Meine Mutter erzählte mir später, wie sie heimlich beobachtet hatte, dass ein russischer Offizier, der unser Haus besetzt hatte, neben unserem Mobiliar sofort gezielt dieses Bild im Esszimmer von der Wand nehmen und in seinem Gepäck verstauen ließ. Er scheint es dann später mit nach Hause genommen zu haben.

Bis heute habe ich leider nicht in Erfahrung bringen können, wo es verblieb. Es bleibt mir nur eine Ahnung und Hoffnung zugleich, dass es vielleicht auch heute noch Menschen erfreut und sozusagen ein Bindeglied ist zwischen Ost und West. Die Hoffnung auf Frieden ist letztlich das einzige, was hilft, weiterzuleben und nicht zu verzweifeln am Gefühl der Ohnmacht, das habe ich gelernt in dieser Zeit. Frieden, das wäre und ist der einzige Sinn nach soviel sinnlosem Sterben...
Doch das sagte ich wohl schon... — warum fragten Sie mich eigentlich nach gerade diesem Bild? Warum interessiert Sie gerade dieses Porträt so?“ —





„Nun - glauben Sie an Zufall, Marianne?“ begann ich. “Ich sagte ja schon, es kam mir irgendwie bekannt vor, ich wusste nur nicht mehr genau, woher. Nun, nach Ihrer Erzählung, ist es mir wieder eingefallen.
Also, als ich vor ein paar Jahren zufällig dienstlich in Minsk zu tun hatte, nahm ich auch an einer Stadtführung teil. Die Stadtführerin war sehr freundlich und lud mich auf einen Tee zu sich nach Hause ein, wo ich ihren Mann, Boris Michailew, kennenlernte.
Wir kamen gut ins Gespräch und Boris erzählte mir, dass er vor vielen Jahren schon einmal einen sehr sympathischen Deutschen kennengelernt habe, den er Pjotr nannte. Sie hatten sich sehr gut verstanden, auch wenn sie eigentlich staatlich verordnete Feinde waren. Und ins Gespräch gekommen waren sie über ein Bild, das Pjotr auf dem Weg in die Gefangenschaft immer wieder eingehend und liebevoll betrachtet hatte.... Ihr Bild eben, wie ich heute weiß, Marianne.
Boris war damals als Sanitätsoffizier für die Überführung der verwundeten Kriegsgefangenen nach Moskau zuständig.
Und — was Sie wohl kaum wundern wird, Marianne - er erzählte mir eben die Einzelheiten, die auch Sie in Ihrem Traum erlebt haben. Aber Sie wissen sicherlich tief drinnen, dass es nicht nur ein Traum war, den Sie damals geträumt haben. Ihre Verbundenheit mit Peter war wohl so groß, dass Sie ihn auf dem letzten Stück seines Lebensweges begleitet haben, auch wenn Sie kilometermäßig weit voneinander entfernt waren. Vielleicht tröstet Sie das.

Ergänzen könnte ich allenfalls noch, dass sich Ihr Peter — denn dass der Pjotr von Boris mit Ihrem Verlobten identisch ist, dürfte außer Zweifel stehen — kurz vor seinem Tode noch an der Gründung des „Nationalkomitees Freies Deutschland“ beteiligte, das deutsche Kriegsgefangene im Sommer 1943 ins Leben riefen. Nahezu ein halbes Jahr also hatte Ihr Verlobter die Hölle von Stalingrad überlebt — und in dieser Zeit hat sich Boris Michailew aufopfernd wie für einen Freund um ihn gekümmert. Ihr Porträt hatte er ihm natürlich auch mit ins Grab gegeben.

Etwas später dann war es auch Boris, der in Berlin einzog, zufällig dieses Bild an der Wand Ihres Elternhauses sah — das er natürlich gleich wiedererkannte — und es sogleich in seinem Gepäck verstauen ließ, da er glaubte, das Haus sei leer, und um das Bild (sowie das Mobiliar) vor Verwüstung und Zerstörung zu retten. So lebte durch dieses Bild auch die Erinnerung an Pjotr in ihm weiter.
Es hängt übrigens noch heute in seinem Gästezimmer, nehme ich an.

Was meinen Sie, Marianne, könnte es nicht sein, dass Sie das Bild, das nun zweimal den Weg nach Russland ging, auch dorthin ruft? Waren Sie schon einmal dort?“

„Nein“, entgegnete sprachlos und vor Aufregung blass geworden Marianne. “Ich war noch nie da.“

“Dann fahren Sie doch einfach mal hin! Ich werde Ihnen Boris Michailews Adresse heraussuchen. Die Gräber der in Osteuropa gefallenen deutschen Soldaten sind zwar grundsätzlich unauffindbar, weil eingeebnet (oft liegen die Gegner von damals einträchtig nebeneinander, erst ihr Sterben machte sie zu Nachbarn). Aber wie es der Zufall in Ihrem Falle so wollte, weiß Boris noch genau, wo er Pjotr begraben hatte — er pflegt das Grab in unregelmäßigen Abständen sogar auch heute noch, immer dann, wenn er nach Moskau fährt. So ist es Ihnen möglich, Marianne, endgültig Abschied zu nehmen und zugleich Ihren Peter so oft zu besuchen, wie Sie wollen und können — heutzutage ist es ja vergleichsweise einfach und wesentlich leichter, in die ehemalige Sowjetunion einzureisen.“

Ich trank nun meinen Kaffee aus, der schon kalt geworden war, und verabschiedete mich von Marianne, um sie ihren aufgewühlten Gefühlen und der Verarbeitung dieser nicht mehr erhofften und gänzlich unerwarteten Neuigkeiten zu überlassen.
Zu Hause angekommen suchte ich sogleich die Adresse von Boris heraus. Beim Durchblättern meiner Unterlagen fiel mir ein Gedicht in die Hände, das eine Witwe mit der Feldpost als letztes Lebenszeichen ihres Mannes erhalten haben soll:


“Er war doch nicht mein Feind,
der mich von drüben durch sein Fernglas sah;
Er war auch nicht mein Freund,
dafür war er zu wenig nah;
Er war ein Mensch, und das vergaßen wir, er so wie ich —
was konnten wir dafür, dass wir uns lauernd
gegenüber saßen, geplagt von
Angst und Dreck an heißen Tagen?

Dann kam der Sprung, wir griffen an —wen?
Den drüben dort, der uns durchs Glas gesehen
und der mir nichts getan.“


Marianne lebt heute übrigens in Russland. Nicht in Moskau, nein. Sie hat Abschied genommen. Aber in dem Land, in das ihr Bild sie zwei Mal rief.


"Wie jeder totgeschossene Soldat die ewige Wiederholung eines Irrtums ist, so wird auch die Wahrheit in tausend Formen ewig und immer wiederholt werden müssen."
- Hermann Hesse -
(1877— 1962)







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Verzeihen hat nichts mit Schwäche zu tun.
Verzeihen kommt aus der Stärke.
(Luise Rinser)

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Wer will,
dass die Welt bleibt,
so wie sie ist,
der will nicht,
dass sie bleibt.
(na dann...., Münster)

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Die gefährlichste Waffe sind die Menschen kleinen Kalibers.
(Wieslaw Brudzinski)

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Liebe besteht nicht darin, dass man einander ansieht,
sondern dass man in die gleiche Richtung blickt.
(Antoine de Saint- Exupéry)

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Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens,
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit regiert,
dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.

O Herr, hilf mir, dass ich nicht danach trachte
getröstet zu werden, sondern zu trösten,
verstanden zu werden, sondern zu verstehen,
geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn: Wer da gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

AMEN.

(Franz von Assisi)

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Bearbeitet zuletzt am 04.05.2006



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