Wolfs KaleidoskopLichterkette in Gedenken an kleine Engel

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Nachruf auf Rosa





Gerade habe ich erfahren, dass eine alte liebe Kollegin und Fast- Freundin aus alten münsteraner Tagen vor wenigen Tagen verstorben ist. Sie gehörte wie ich u.a. der Autorengruppe Münster an, wo ich mit ihr einige gemeinsame Zeit verbracht habe.
Nicht nur bei den vierzehntägigen Treffen, sondern auch bei Lesungen oder sonstigen Literatur- Aktionen wie z.B. auch der "Stadtschreiber"- Aktion im Rahmen des Sommerprogramms 1984 der Stadt Münster. Aber auch privat haben wir uns hin und wieder getroffen und uns ausgetauscht.
Rosa Posekardt war eine sehr liebe und u.a. in der Integration von Ausländern sehr engagierte Frau.
Ich werde sie stets in sehr guter Erinnerung behalten.

Hier an dieser Stelle nun ein Text, den auch die Autorengruppe Münster - von der ich die Nachricht erhielt - sozusagen als Nachrufstext verwendet:

"Rosa Posekardt starb am 9. Mai 2005. Sie wurde 79 Jahre alt .

Rosa Posekardt

Der Seelenbaum

Ich hatt einen Traum ich geb sonst nichts drum
doch dieser der läßt mich nicht los
es gab auf der Welt nur einen einzigen Baum
verkrüppelt und kahl und bloß

Die nackten Zweige gen Himmel gereckt
schien er mir doch seltsam schwer
und obwohl ich kein lebendes Wesen entdeckt
wars wie Weinen rund um mich her

Die Erde ringsum war ein Trümmerfeld
aus dem es noch hier und da rauchte
die zerborstenen Straßen die lagen voll Geld
doch es gab keinen mehr der es brauchte

Denn auch mich nein auch mich gab es plötzlich nicht mehr
wie verrückt manche Träume doch sind
bis auf den Baum war die Welt nun ganz leer
und ich war nur ein Seufzer im Wind

Und ich geisterte mit um den Seelenbaum
ich weinte und klagte und schrie
dann bin ich erwacht und es war nur ein Traum
doch vergessen kann ich ihn nie

(Rosa Posekardt, Die Zukunft im Dunkeln verborgen, Gedichte und Prosa ,
MS-Publikationen, Münster 1985)"

Nächster Tage werde ich noch den einen oder anderen Text von ihr ergänzen, ich denke, sie hätte nichts dagegen.

Good-bye, liebe Rosa. Lass es Dir gut gehen.

(Wolf, am 12.05.2005)

**********************************************

Hier ein Text, den sie vor Jahren wohl mal nach einem Stammtischbesuch der Autorengruppe Münster schrieb:

Folgeerscheinung

Beim Stammtischtreffen hatt ich wohl ein Bier zuviel getrunken,
was dann auch fürchterliche Folgen hatte.
Zu Hause bin ich gleich in Schlaf gesunken -
in meinem Kopf noch Reste unserer Debatte.
Um Goethe war es hitzig hergegangen,
er ist nun mal der Deutschen Dichterfürst.
Ob es sich lohnt, mit Schreiben anzufangen,
wenn du an ihm gemessen wirst.
So kam es wohl, dass er durch meine Träume spukte,
er hat mich glatt des Plagiats beschuldigt,
und weil er beleidigt aus der Wäsche guckte,
erklärte ich ihm sehr geduldig,
warum ich schreibe und er hörte mir auch zu.
Ich sagte zu ihm: Höre mal, Herr Goethe,
ich hab nen völlig andern Stil als du,
ich schreibe über heutige Probleme,
und die hast du doch damals nicht gekannt.
Und überhaupt, du solltest dich was schämen,
entfern dich mal von meinem Bettenrand.
Verzeih, sprach er, dass ich die Freiheit mir genommen
zu diesem mitternächtlichen Besuch,
du bist mir so vermessen vorgekommen,
du kannst ganz einfach nicht genug.
Du bist ein Erdenwurm, nichts weiter,
du hast ja nicht mal Phantasie -
du kriechst nur immer rum am Fuß der Leiter,
die Sprossen, die erreichst du nie!
Wie kannst du wagen, ich als Dichter zu bezeichnen?
Ein Nichts bist du, du graue Maus!
Und dein Geschreibsel kann sich nur für den Papierkorb eignen -
da sagte ich zu ihm: Nu aber raus!
Und wirklich, da erhob sich dieses Traumgebilde,
hohnlachend zwar, doch immerhin
begab zurück sich in aetherische Gefilde,
entschwand aus Träumen mir und Sinn.
Komisch ist nur: Immer, wenn ich jetzt schreibe,
hab ich nen kleinen Mann im Ohr,
der flüstert: lass es, lass es bleiben,
du bist kein Dichter, nein!
Du kommst dir nur so vor!

(Rosa Posekardt)

******************************************

Die blaue Kugel

Am Rande der Sternenbahnen, kaum sichtbar für menschliche Augen, kreist ein kleiner grüner Punkt um eine kleine grüne Sonne.
Er wird von winzigen Lebewesen bewohnt, die sehr wißbegierig und daher auch sehr klug sind.
Sie haben das ganze Universum erforscht, ihr Lieblingsobjekt aber war nun mal jene wunderschöne blaue Kugel, mit allem, was es dort je gegeben hatte.
Und alles, wirklich alles, was dort passiert war, haben sie auf ihre Art aufgezeichnet auf einem winzigen grünen Stein, der im Meer des „Niemals-Vergessen-Werdens“ versenkt wurde.
Die leise plätschernden Wellen erzählen unaufhörlich jedem, der sie hören will, die Geschichte, die ich euch nun erzählen werde, nämlich das

Märchen von der blauen Kugel
Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, eine riesiggroße, wunderschöne blaue Kugel, die schimmernd im All schwebte.
Sie umkreiste eine hellglänzende goldene Sonne.
Dabei drehte sie sich auch noch um sich selbst, und es sah von hier aus gesehen so aus, als wäre mal die eine und dann wieder die andere Hälfte in Licht getaucht und die andere Hälfte von Dunkelheit umgeben.
Ein höheres Wesen, sagte man, habe sie erschaffen mit allem, was es dort gab.
Vielfältiges Leben gab es:
Tiere zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Bäume, Sträucher, Blumen und Kräuter brachte die fruchtbare Erde hervor.
Es hätte das Paradies sein können ohne Ende, hätte es nicht auch jene Lebewesen gegeben, die sich Menschen nannten.
Ihnen hatte jenes höhere Wesen diese blaue Kugel, die er Erde nannte, ihnen, den Menschen hatte er sie anvertraut. “Macht euch die Erde untertan" so soll er ihnen gesagt haben.

Das war leicht gesagt, aber leicht getan war das nicht. Die ersten Menschen mußten sich noch recht plagen, denn der Herr; wie sie dieses höhere Wesen bezeichneten, der Herr hatte ihnen auch allerlei Mühsal auferlegt, die Erde brachte auch Disteln und Domen hervor. Nicht nur Früchte!
Aber im Verlauf der Zeit, die wir noch mit anderen Maßen messen als diese Erdenmenschen, also im Verlauf vieler Jahrhunderte haben sie sich die Erde untertan gemacht.

Sie mußten sich kaum noch selber plagen. Erstaunliche Erfindungen hatten sie gemacht. Denn der Herr hatte ihnen auch Verstand gegeben und die Fähigkeit zu lernen.
Einige Menschen wurden das, was sie reich nannten.
Sie konnten dann andere für sich arbeiten lassen.
Es gab große Städte und kleine Dörfer rund um den Erdball und viele, unendlich viele Straßen. Auf den Flüssen und Meeren fuhren sie mit großen und mit kleinen Schiffen hin und her. In den Häusern ihrer Städte und Dörfer und auf den Schiffen gab es Wohn- und Arbeitshöhlen, ähnlich wie unsere, nur eben größer.

Sie bauten auch Vögel aus Stahl und die machten einen höllischen Lärm, wenn sie ihre Bahnen am Himmel zogen. Und irgendwann hatten fast alle Leute, die auf der Erde lebten, so ein buntes, glänzendes, silberblitzendes Ding, das sie Auto oder mein Wagen nannten.
Ja, sie waren tüchtig die Menschen. Aber all das reichte ihnen nicht. Sie wollten immer mehr und das für immer weniger. Mehr Geld für weniger Arbeit. Sie haben immer bessere Maschinen erfunden. Weil aber die Maschinen so gut waren, kam jemand auf die Idee, lassen wir doch diese Maschinen für uns arbeiten, sie haben Geld genug gekostet. Da sparen wir das Gehalt und die Löhne ein. Wir brauchen all diese Leute nicht mehr.
Ob das nun der Anfang war, von dem, was dann geschah, haben wir noch nicht herausgefunden. Es gab auch noch andern Möglichkeiten dafür, denn es war nicht nur eitel Freude und Reichtum auf der Welt.
Es gab Not und Elend, Haß und Neid und Habgier. Immer wieder im Verlauf von Jahrhunderten führten die Menschen auch blutige Schlachten. Und dann färbte die Erde sich rot. Vor langer Zeit schlugen sie sich erstmals gegenseitig die Köpfe ein mit Waffen, die später als sehr primitiv galten. Ganz egal, wer wen erschlug, die weißhäutigen die roten, oder die roten die schwarzen oder die gelbhäutigen, das Blut war rot in jedem Fall.
Auch hier gab es immer wieder neue Erfindungen. Früher standen sich die Menschen, wenn sie kämpften, hautnah gegenüber, man wollte das Weiße im Auge der Feinde blitzen sehen. Das war ganz schön gefährlich! Dann verfeinerte man die Kampfmethoden; erfand immer neue und immer bessere Tötungsmaschinen.
Feuer fiel vom Himmel, wenn Krieg war, Kanonen säten Tod und Verderben. Die Erde wurde verwüstet, Häuser verbrannten und die geschundenen Kreaturen, die Natur aber auch die Menschen, erholten sich nur sehr schwer von den Schrecken und den fatalen Auswirkungen all dieser sinnlosen kriegerischen Auseinandersetzungen.
Und es hörte sich so echt und so ehrlich an, wenn dann die Menschen, die diesem grausigen Krieg entronnen, wenn sie sich gegenseitig geschworen haben: Nie wieder Krieg!
Meist gab es dann auch wirklich friedliche Phasen, und der Wiederaufbau all der zerstörten Städte und Straßen brachte wieder Mühen und Plagen und es dauerte seine Zeit.
Aber irgendwann fing alles von vorne an.
Neid und Mißtrauen, Habgier und Rachsucht waren ja noch da und säten böse Zweifel. Hatten die anderen wirklich alle die schlimmen Waffen abgeschafft und die Forschungen eingestellt?
Hatten sie? Oder hatten sie nicht? Konnte man ihnen glauben? Hatten sie nicht schon früher...? Na ja, aber jetzt sind doch alle Völker für Frieden und Beratungen im Streitfall. Aber weil man ja nicht wissen konnte, und überhaupt, für den Ernstfall wollte man gewappnet, also doch bewaffnet sein.
So begann wieder jenes heimliche Wettrüsten, und der eine oder andere Staat begann sich wieder stark zu fühlen und ließ bei so schlimmen Konfliktsituationen durchblicken: Also, wenn wir wollten, könnten wir mit einem Schlag die Krise aus der Welt schaffen. Mit einem Schlag! Mit einem Schlag? Oh ja, die Menschen erinnerten sich. So einen Schlag haften sie schon mal erlebt. So etwas wollten sie doch nicht mehr... hatten sie sich feierlich versprochen... , geschworen hatten sie es doch! Bei allem, was ihnen heilig war! Wie es dennoch dazu kam, müssen wir für den Hüter des Universums noch herausfinden.
Und so verlief dieser letzte Tag.
Alles war wie immer. Die Sonne schien, Vögel sangen. Die Menschen rund um den Erdball gingen ihren Beschäftigungen nach, ihrer Arbeit oder ihrem Vergnügen. Kinder kamen von der Schule, freuten sich auf Zuhause und zankten sich ein bißchen. Hausfrauen klapperten mit Schüsseln und Töpfen.
Die Kaiser, Könige und sonstige Staatsoberhäupter regierten oder residierten gemessen und würdevoll oder hitzig und erregt. Das war auf der gerade hellen Seite der schönen blauen Kugel. Auf der dunklen Hälfte der Welt lagen fast alle Erdenkinder im tiefen Schlaf.
Nur in den tief unter der Oberfläche liegenden Versuchsräumen der geheimen Waffenfabriken wurde fieberhaft gearbeitet. Eine neue geheimnisvolle Formel mußte getestet werden.
Weil einer von den Männern sehr müde war und sich kaum noch wach halten konnte, unterlief ihm ein winziger Fehler bei der Berechnung einiger Zutaten für den hochbrisanten Sprengstoff.
Aber zurück zu der hellen Seite der blauen Kugel. Wie gesagt: Die Sonne schien und der Himmel war klar und blau. Alle Menschen hatten zu tun. Kinder spielten auf den Straßen. Alte Leute reckten, auf Parkbänken sitzend, ihr Gesicht mit geschlossenen Augen der wärmenden Sonne entgegen.
Da zuckte ganz plötzlich ein greller, ganz schrecklich weißer Lichtfinger am Himmel empor und es war, als wollte er nach der Sonne greifen, um sie aus ihrer Bahn zu werfen.
Für einen Augenblick veränderte die Sonne ihre Farbe. Ihr goldenes freundliches Gesicht wurde blaugrün und dann blutrot und schrecklich böse.
Die Menschen erschraken. Dann veränderte diese schrecklich rote Sonne auch noch ihre Form und wurde riesig groß, es sah aus, als würde sie innerlich zerbrechen. Da schrien die Erdenbewohner vor Angst.
Die Sonne warf diesen grellen, schrecklich weißen Lichtfinger zornig auf die Erde zurück. Die Erde wankte, als würde sie von einer Riesenfaust geschüttelt und es sah von hier aus so aus, als hätte sie von der Sonne einen derben Tritt bekommen und sie verschwand von einem Augenblick auf den anderen in einem der riesigen schwarzen Löcher, die die Menschen immer schon erforschen wollten.

Seitdem versuchen wir herauszufinden, was aus der schönen blauen Kugel geworden ist und ob die Menschen überlebt haben, ob sie schon etwas über diese schwarzen Löcher wissen, die wir auch noch nicht erkundet haben.
Die Sonne scheint nun wieder hell und freundlich. Nichts mehr erinnert im Universum an die schöne blaue Kugel. Nur wenn der Wind vorüberstreicht, der damals wehte, kannst du, kann jeder, der zuhört, diesen geisterhaften, schrecklichen Schrei aus abertausend Kehlen hören.
Den hat der Wind in sich aufgenommen als Mahnung und zur Warnung für alle Lebewesen. Genauso wie wir für den Hüter des Universums die Erdgeschichte auf einem kleinen grünen Stein verewigt haben, der in unserem Meer des „Niemals-Vergessen-Werdens" versenkt wurde.
Was aus den Menschen wurde, weiß niemand, aber wenn sie nicht alle gestorben sind,...
An alle!
Hört endlich auf
die Erde zu zerstören
macht sie nicht ganz kaputt
die Welt
Sie soll den Kindern
doch gehören.
Die Märchen die ihr
uns erzählt
vom Fortschritt und vom
besseren Leben
wem soll er den nützen wo
soll es das geben
wenn wir die Welt so wie sie ist
nicht mehr achten und
wirklich beschützen!

(Rosa Posekardt)





Die Herzen der Menschen
sind kalt und leer,
sind Computer, sind Rechenmaschinen,
der Umgang mit ihnen
unendlich schwer,
weil sie immerzu Knöpfe bedienen.
Nur manchmal,
wenn sie etwas anderes tun,
begegnest du einem Blick,
dann spürst du,
sie sind noch nicht völlig immun,
und blickst voller Wärme zurück.

*******************************************

Was dann?

Manchmal, manchmal kommt es vor,
dass mich der Gedanke plagt,
dass mich vielleicht eines Tages
eines meiner Kinder fragt:

Mutter, warum hast du mich geboren?
Mutter, warum hast du das getan?
Ich fühl mich so hilflos und verloren,
das Leben ist ein Tanz auf dem Vulkan.
Und dieser Tanz, der geht auch immer weiter
und ihr tut einfach so, als ob nichts wär,
ihr gebt euch völlig unbeschwert und heiter -
wo nehmt ihr nur den Optimismus her?
So lebt ihr alle schon seit vielen Jahren,
ich weiß nicht, ist das Wahnwitz oder Mut?
Ihr ignoriert ganz einfach die Gefahren,
wenn man euch fragt, sagt ihr, uns geht´s doch gut!
Was kümmern Kriege uns in fernen Ländern,
solange sich die Erde weiter dreht?
Ihr werdet eure Meinung wohl erst ändern,
wenn die ganze Welt in Flammen steht?

Wenn ich darauf eine Antwort fände,
wär ich eine große Sorge los,
ich vermag all das nicht abzuwenden -
Himmel, hilf, was sage ich dann bloß?
Fühl mich selbst so hilflos und verloren
vor der Welt und ihrem Massenrüstungswahn -
Mutter, warum hast du mich geboren?
Mutter, warum hast du das getan?

(1984)

********************************************

Ein für Rosa auch typisches Gedicht ist folgendes:


Ein Stein

mit etwas Mensch drumrum
geht in der Stadt spazieren.
Er rempelt andre an und um,
die schrei´n und lamentieren.
Den Stein mit etwas Mensch drumrum,
den interessiert das nicht,
der rempelt weiter an und um,
verzieht kaum das Gesicht.
Der Stein mit etwas Mensch drumrum
kommt nicht einmal ins Grübeln,
er schaut nicht auf, sieht sich nicht um,
drum wird ihm auch nicht übel.

Ja, früher hatte er mal Herz,
das hat ihn sehr gepeinigt,
doch er hat Freude, Lust und Schmerz
aus sich herausgesteinigt.
Gefühle, hat er jäh erkannt,
die bringen gar nichts ein,
und alles, was er so empfand,
erstickte er im Keim,
hat nicht gelacht mehr und geweint
und fand Gefühle dumm.
So wurd aus ihm besagter Stein
mit etwas Mensch drumrum.

(u.a. veröffentlicht in der gleichnamigen Edition der MS- Publikationen, Münster 1989; Gedichte von 7 Münsteraner Frauen)

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Bearbeitet zuletzt am 11.01.2006






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