Wolfs KaleidoskopLichterkette in Gedenken an kleine Engel

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Nachdenkliches II


Menschenverstand

Albert Einstein hält einen anspruchsvollen Vortrag über das Verhältnis von Raum und Zeit. Als er fertig ist, steht ein Zuhörer auf und widerspricht:
"Was Sie hier ausgeführt haben, ist mir viel zu spekulativ. Wir sind doch nicht in einer Kirche. Nach meinem gesunden Menschenverstand kann es nur das geben, was man sehen und überprüfen kann."
Einstein lächelt und antwortet:
"Dann kommen Sie doch bitte mal nach vorne und legen Sie Ihren gesunden Menschenverstand hier auf den Tisch."

(Gelesen in: Der andere Advent, Andere Zeiten e.V., Hamburg,
Text zum 12.12.2005)

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Wir leben alle unter dem gleichen Himmel,
aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
(Konrad Adenauer, 1.dt. Bundeskanzler, 1876 - 1967)

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Die alte Seele

Es war einmal eine sehr, sehr alte Seele, die sehr, sehr viele Menschenleben auf der Erde gelebt hatte und deren Dasein als Seele jetzt ebenfalls fast zu Ende war, ja, bald würde sie mit der EWIGKEIT verschmelzen und ein Teil davon werden.

Im Augenblick saß die alte Seele in der Leere zwischen ihrem letzten Menschenleben und ihrer künftigen Verschmelzung. Ihre besten Freunde waren auf und davon, die alte Seele konnte sie unten auf der Erde sehen, wie jede von ihnen einen Menschen mit Eifer, Neugier und Staunen und den verschiedensten Gedanken erfüllte.

„Ich will dorthin“, sagte die alte Seele. „Ich habe immer noch eine ordentliche Portion Freude übrig. Ich will dorthin und sie ihnen schenken.“

„Aber die Zeit, die dir vor der Verschmelzung bleibt, ist so kurz“, warnte der Wächter. “Natürlich kannst du ihnen Freude schenken, aber wenn du nur so kurze Zeit bei ihnen bleibst, schenkst du ihnen zugleich eine große Trauer, wenn du sie verlässt.“

„Ich weiß“, sagte die alte Seele. Aber ich will es trotzdem. Ich will ihnen so viel Freude schenken, dass sie ihnen danach über die Trauer hinweghilft.“ „Dann soll es so sein, wie du es willst“, sagte der Wächter und schickte die sehr, sehr alte Seele los.

Daraufhin bekamen ein Mann und eine Frau auf der Erde ein Kind, das sie sich schon lange gewünscht hatten. Es war ein allerliebstes Kind, das ihnen vom Tag seiner Geburt an Freude bereitete, jene ungetrübte Freude, die die Menschen empfinden, wenn ihre Seelen einander begegnen und sich voller Entzücken aus der Ewigkeit wiedererkennen.

„Aber bleibt dir nicht nur sehr wenig Zeit?“, flüsterte die Seele der Mutter der alten Seele in dem kleinen Mädchen zu.

„Die Zeit ist kurz, aber die Freude ist groß“, antwortete die sehr alte Seele.

Und obwohl die Mutter dieses Gespräch nicht hörte, weckte das Geflüster eine ahnungsvolle Unruhe in ihr, einen Hauch des Wissens, dass wir nichts auf Erden besitzen, einer den anderen nicht und nicht einmal uns selbst. Alles wird uns schließlich genommen werden, alles, was wir mit uns tragen, alle Lieben um uns herum, schließlich auch unser Leben und unser Körper.

Aber das Mädchen wuchs heran, und die Freude, die es verbreitete, war so groß, dass die Mutter diese Gedanken vergaß. Und der Vater freute sich ebenfalls. Ja, die sehr, sehr alte Seele durfte ihre letzte Zeit genauso verbringen, wie sie es sich gewünscht hatte.

Aber die Zeit war kurz, auch nach menschlichem Maß war sie kurz, und der Augenblick kam, da die Verschmelzung stattfinden würde. Die sehr, sehr alte Seele erhielt den Ruf, dass sie sich unverzüglich zur Zeremonie einfinden solle, und musste gehorchen.

Für die Menschen sah es so aus, als hätte ein plötzlicher Tod das Mädchen ereilt.

Ihre Trauer war maßlos, genau, wie der Wächter es vorhergesagt hatte. Aber da alle Erinnerungen an ihr Kind nur Freude und nichts als Freude waren, konnten sie ihre Trauer ertragen, genau, wie die sehr, sehr alte Seele es vorausgesagt hatte.
Und wo man früher die sehr, sehr alten Seelen ihr letztes Häppchen Zeit einfach in der leere hatte absitzen lassen, bürgerte sich von nun an in der EWIGKEIT die Sitte ein, dass die alten Seelen zu Menschen, die sie brauchten, geschickt wurden, um ihnen ihre letzte große Freude zu schenken. Die Freude gibt den Menschen die Kraft, die anschließende Trauer, die unausweichliche Trauer, zu ertragen und allmählich in etwas Gutes zu verwandeln.

(Aus dem Roman „Du fehlst mir, du fehlst mir“ von Peter Pohl ,
gefunden hier: http://www.veisth.de/Gedichte_Texte/gedichte_texte.html)

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Ein Kind ist ein Engel, dessen Flügel schrumpfen,
je länger die Beine werden.
Aus Frankreich

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Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
(Christian Morgenstern)

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Think of all the beauty still left around you and be happy.
(Anne Frank)

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Je mehr wir in uns aufnehmen, um so größer wird unser geistiges Fassungsvermögen.
(Lucius Annaeus Seneca)

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Es gibt Wichtigeres im Leben
als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
(Mahatma Gandhi)

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Der kurze Besuch eines Engels
(aus "Da war es auf einmal so still" von Linda von Keyserlingk)

Es war Abend. Nanina saß in ihrem Bett und sah sich ein Märchenbuch an. Das Bett war ein Klappsofa und gehörte Oma. Nanina war vier Wochen lang bei ihr zu Besuch. Eben kam Oma hinein und brachte einen Schlaftrunk, einen Verveine-Tee. Nanina nahm den Becher und sagte: "Jetzt kommt Mama bald und holt mich ab. "Woher weißt du das denn schon? Sie hat doch gar nicht angerufen". Nanina verstand nicht, warum Oma so komisch fragte. "Ich weiß es eben" sagte sie und schien eifrig das Märchenbuch zu betrachten.
Oma hatte eine feines Gespür für das, was wichtig war. "Ich möchte dir gerne eine Geschichte erzählen, "sagte sie. Nanina sah ins Märchenbuch.
"Es war einmal ein Engel", begann Oma, "der wollte gerne ein Mensch werden. Aber er wollte auch wieder nicht. Er wollte so gerne zu den guten Menschen auf der Erde. Aber er wollte nicht den Krieg und all das Kaputte. Das gefiel ihm nicht so. Darum wolle er nicht. Dann wollte er wieder. Dann wieder nicht. Er konnte sich einfach nicht entscheiden. "Da ging es ihm ja, wie mir auch manchmal, wenn ich nicht weiß , was ich machen soll" sagte Nanina.
Der Engel fragte andere Engel, was er machen solle. "Geh mal zu Besuch. Dann wirst du schon sehen.", sagten die. Als der nächste Regenbogen kam, ging der Engel drauf zur Erde. Er ging zu Mama, weil die so nett ist. Es dauerte eine Weile. Es ist nämlich nicht leicht ein Mensch zu werden. Als er dann endlich ein Mensch war, gefiel es ihm nicht. Er merkte, dass er kein richtiger Mensch werden konnte. "Das ist doch aber schade", sagte Nanina. "Und Mama?" Mama gefiel er. Sie wollte ihn behalten, denn es sah so niedlich aus. Wie ein Engelchen eben. Sie hatte ganz vergessen, dass Besuch nie bleibt. Jeder weiß doch, dass Besuch kommt, mal länger mal kürzer bleibt und dann wieder geht.
Der Engel blieb eine kleine Weile, und dann ging er wieder. Da haben Mama und Papa geweint. Der kleine Engel sagte: "Weint doch nicht. Wenn ihr so viel weint, dann kann ich nicht mehr fliegen. Dann sind meine Flügel zu schwer." Aber Papa und Mama mussten trotzdem weinen. Und damit nicht auch du weinst, darum bist du hier bei mir, damit ich dir alles erklären kann."
Nanina rührte in ihrem Tee. "Haben sie jetzt aufgehört zu weinen?" fragte sie dann und ihre Stimme war ganz klein. "Ja", sagte Oma. "Jetzt haben sie verstanden, dass sie für kurze Zeit einen Engel zu Besuch hatten. "Nanina war ganz still geworden. Sie wunderte sich, woher Oma das alles wusste.
"Bin ich denn kein Engel gewesen?" fragte sie. "Nein," sagte Oma mit ihrer warmen Stimme. "Du bist doch ein Menschenkind. Du gehörst auf die Erde. Aber Engel, weißt du ,die kommen und gehen. Sie kommen oft, aber sie können nicht auf der Erde wohnen."
"Ich bin froh, dass du mir das alles erzählt hast", sagte Nanina. Oma wusste nicht so ganz, was sie davon halten sollte. Sie nahm Nanina den Becher ab und legte das Märchenbuch auf den Tisch. Aber gerade, als sie Nanina noch einmal in den Arm nehmen wollte, hatte die sich schon in ihr Kissen gekuschelt und war zufrieden eingeschlafen.
Oma schrieb die Engelsgeschichte auf. Als Mama am nächsten Tag kam, um Nanina abzuholen, gab Oma ihr die Geschichte mit. Das war für Mama und Papa ein großer Trost, denn nun mussten sie nicht verstummen und nichts verheimlichen, sondern fanden Worte, um auch mit Nanina über alles reden zu können, was sie bewegte.

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Man sieht die Blumen welken
und die Blätter fallen,
aber man sieht auch die Früchte reifen
und neue Knospen keimen.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)

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Endgültig

du willst gehen
machst du uns
von jetzt auf gleich
unmissverständlich klar

wir aber verstehen nicht
wollen nicht verstehen
möchten dich davon abbringen
gerade weil du uns
lange Jahre begleitet hast
und fragen uns
warum so schnell

unsere Bemühungen
quittierst du uns
mit einem scheinbaren Aufflackern
deines Lebenswillens
aus dem wir
neue Hoffnung schöpfen

gleich darauf aber
müssen wir erkennen
du bist dein eigener Herr
es ist dein Wille
den wir akzeptieren müssen

denn du bist
ein eigenständiges Wesen
auch wenn du nur
unser kleiner Hund warst

(für Henry, gegangen am 02.12.2005)

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Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann, und preiszugeben mit Würde, was er nicht retten kann.
(Friedrich Schiller)

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Zwillinge in der Gebärmutter unterhalten sich:

„Weißt du was?“, sagt die Schwester zu ihrem Bruder. „Ich glaube es gibt ein Leben nach der Geburt!“
„Was für eine Idee!“, erwidert er. „Warum denn? Hier ist es doch schön dunkel und warm, und wir haben genug zu essen.“
Das Mädchen gibt nicht nach: „Es muss doch mehr als diesen Ort geben, etwas, wo Licht ist.
Und vielleicht werden wir uns frei bewegen und mit dem Mund essen.“
Aber sie kann ihren Zwillingsbruder nicht überzeugen.
„Mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Und es ist noch nie einer zurückgekommen von ‚nach der Geburt’. Das hier ist alles, was es gibt! Und mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Warum willst du immer noch mehr?“
Nach längerem Schweigen sagt die Schwester zögernd: „Aber weißt du, was ich noch glaube?
Ich glaube, dass wir eine Mutter haben!“
„Eine Mutter!“, entgegnet er spöttisch. Ich habe noch nie eine Mutter gesehen, also gibt es sie auch nicht.“
„Aber manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt...“
Wieder schweigen beide eine Zeit lang. Schließlich fährt die Schwester fort: „Spürst du nicht ab und zu diesen Druck? Das ist doch immer wieder ganz unangenehm. Manchmal tut es richtig weh.“
„Ja, aber was soll das schon heißen?“
„Ich glaube, dass dieses Wehtun dazu da ist, um uns auf einen anderen Ort vorzubereiten, wo es viel schöner ist als hier und wo wir unsere Mutter von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Wird das nicht aufregend sein?“

(nach Henry Nouwen. Gefunden in: Der andere Advent.Meditationen und Anregungen vom
04.Januar 2006, Verlag Andere Zeiten e.V., Hamburg)
- vgl. auch den ähnlichen Text unter den "Impulsen"-

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Zuletzt bearbeitet am 08.01.2006











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